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Bericht aus der figawa Fachgruppe „Wassergewinnung“ - Bohr- und Brunnenbautechnik -
Neben den fast schon als standardmäßig zu bezeichnenden Aktivitäten im Rahmen der Mitarbeit und Repräsentanz in den Gremien des DVGW, DIN und anderer Institutionen nahmen die Überarbeitung des DVGW-Arbeitsblattes W 120 sowie die Erstellung der figawa-Empfehlung zum Bereich Abdichtung von Ausbauverrohrungen weiten Raum ein.
Aus der Entwicklung der vergangenen zwei Jahre zeichnete sich ein stetig ansteigendes Interesse im Bereich der Nutzung oberflächennaher Geothermie ab. Dies geschah in Fachkreisen, aber auch im Bereich der öffentlichen Medien wurde die geothermische Energienutzung häufig benannt und beschrieben. Die figawa-Fachgruppe reagierte entsprechend: Die Überarbeitung der W 120-Tabelle „Differenzierung der Tätigkeiten“ wurde um die Gruppen G1 und G2 ergänzt. Unter Berücksichtigung der VDI 4640 „Thermische Nutzung des Untergrundes“ kann zukünftig den Unternehmen, die sich mit der Geothermie beschäftigen, gesondert Rechnung getragen werden.
Die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Bundesverbandes WärmePumpe e. V., kurz BWP, wurde weiter ausgebaut. Das Ziel der figawa lag darin, die ursprünglich zusätzlich vom BWP geplanten Kosten und Aufwendungen für die Unternehmen zu reduzieren, welche den Erhalt des „Gütesiegels für Erdwärmesonden - Bohrfirmen“ nach dem Schweizer Standard anstreben. Im Wesentlichen wird nun kein separates System eingeführt, sondern es soll vielmehr auf das bereits eingeführte und anerkannte System der Zertifizierung nach DVGW-W 120 aufgesattelt werden. Den dafür qualifizierten Unternehmen sollen dadurch in angespannten Zeiten keine weiteren Kosten entstehen. Gerade für die nach W 120 zertifizierten Unternehmen wären ursprünglich geplante Kosten von mehreren tausend Euro (wie in der Schweiz praktiziert) keinesfalls akzeptabel gewesen. In Zeiten, in denen sich erzielbare Bohrmeterpreise weit unter dem kalkulatorisch Notwendigen befinden, halten wir dieses Ergebnis für unsere Unternehmen von besonderer Bedeutung.
In der gemeinsamen Anstrengung mit DVGW und ZDB wurde in der Summe ein gutes und zielgerichtetes Resultat für den Brunnenbau erreicht. Derzeit wird an den Gütesiegelgrundlagen des BWP in Zusammenarbeit mit den Verbänden der letzte Schliff angelegt, so dass Anfang des kommenden Jahres mit der Veröffentlichung gerechnet werden kann. Natürlich wurden für die Mitgliedsunternehmen vergünstigte Konditionen zum Erwerb des Gütesiegels ausgehandelt.
Weiterhin im Fokus stand die Ausarbeitung der Empfehlung „Abdichtung von Ausbauverrohrungen im Brunnenbau“. Das Thema „Dichtheit“ wurde im Brunnenbau seit jeher kontrovers behandelt. Je nach Standpunkt sind die Intentionen und Inhalte der Kritik sehr unterschiedlich.
Auf der Basis des in verschiedenen interessierten Kreisen im Umlauf befindlichen Entwurfs wird ein abschließendes Papier bald zur Diskussion stehen. Aus dem Arbeitskreis wurde dazu die Aussage verfasst, dass zur gewünschten Verringerung von Unsicherheiten in Bezug auf Dichtheit von Kunststoffgewindeverbindungen Schrumpfschläuche sicher und angemessen wirtschaftlich - auch präventiv - verwendet werden können. In diesem fachlichen Zusammenhang wurde zwangsläufig auch das schwierige Thema „Exzentrizität von Bohrungen“ diskutiert. Als Resultat kamen die Fachleute zu der Auffassung, dass von einer zusätzlichen Beanspruchung der Rohrverbindungen nicht auszugehen ist, wenn die in der Empfehlung vorgeschlagenen Grenzen - unter Kenntnis der jeweils vorliegenden geologischen Bedingungen und der Anwendung adäquater Bohrtechnik - unterschritten bleiben.
Eines großen Bekanntheitsgrades erfreuen sich die von der figawa Service GmbH im Jahr 2005 durchgeführten Informationsveranstaltungen „Brunnenbau“. Diese waren nicht nur gut besucht, sondern wurden zudem von den Teilnehmern bestens bewertet. Dem Fachbereich Wassergewinnung ist in Abstimmung mit dem DVGW sehr daran gelegen, dass einerseits dem Fort- und Weiterbildungsanspruch als anerkannte W 120-Veranstaltung Rechnung getragen wird. Andererseits sollen aber auch interessante neue Themen, die möglicherweise noch keinen Einzug in das Regelwerk gefunden haben, mit ausreichendem Praxisbezug präsentiert werden. Selbstverständlich stimmt die figawa als Mitglied der ARGE-Brunnenbau ihre Themen stetig mit weiteren Anbietern einvernehmlich ab, so dass das Angebot für die Unternehmen vielfältig und ausgewogen ist.
In diesem Sinne wurde der Themenplan der 4. Brunnenbautage 2006 anlässlich der Wasser Berlin 2006 abgeschlossen. Interessante Fachvorträge in Kombination mit der Fachausstellung der Wasser Berlin werden erneut die besondere Anziehungskraft der Brunnenbautage prägen.
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Mario Jahn
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Informationsveranstaltung
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18.11.2010
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