Eröffnungs-Pressekonferenz WASSER BERLIN / GAS BERLIN 2006: Hersteller zwischen Sanierung und Sättigung

Berlin, 03.04.2006 - Traditionell fand am ersten Tag der Wasser Berlin / Gas Berlin die Eröffnungspressekonferenz statt.

Die Präsideten von BGW, DVGW und rbv sowie die Geschäftsführung der Messe Berlin und des Vereins Wasser Berlin äußerten sich zur aktuellen Situation der Branche.



Der Vizepräsident der figawa, Präsident des Rohrleitungsverbandes und Geschäftsführer der Heinrich Scheven Anlagen- und Leitungsbau GmbH, Dipl.-Ing. Klaus Küsel, verwies auf die aus dem Zwang des Wettbewerbs entstehende Aufspaltung der traditionellen Strukturen der Versorgungsunternehmen in die Teilbereiche Lieferung, Netzbetrieb und Service. Dies werde Auswirkungen auf die Lieferanten und Leitungsbauer haben, die mit neuen Dienstleistungsangeboten Teil neuer Instandhaltungsstrategien sein werden. Angesichts der Sättigung des wirtschaftlichen Ausbaus der Versorgung und der Liberalisierung der Märkte gelte es, die Aufgaben künftig stärker im Bereich der Sanierungsstrategien, Alterungsberechnungen und Netzdienstleistungen zu suchen. Die von einigen großen Versorgern angekündigten Milliardeninvestitionen seien zwar ermutigend, aber nicht flächendeckend zu beobachten. Die Branche, die unter dem Arbeitsplatzabbau gewaltig gelitten habe, könne sich den damit verbundenen Abbau von Fachpersonal nicht lange leisten. Die Herausforderung, das technische Know-how unter steigendem Kostendruck zu erhalten, sei die Herausforderung der nächsten Jahre.

Die örtlichen Gaslieferanten sind für die Endverbraucher zwar die „Überbringer der schlechten Nachricht“, haben in der Branche selbst nur die Position der „Tankstellen“, nicht aber der „Ölscheichs“. Das betonte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. (BGW) und Geschäftsführer der Stadtwerke Hannover, Michael G. Feist, vor dem Hintergrund der aktuellen Preisdiskussion bei der Eröffnungspressekonferenz der Messen WASSER BERLIN / GAS BERLIN 2006. Die Dynamik der Preisentwicklung für den Verbraucher sei in Deutschland aber deutlich günstiger als in Ländern ohne Ölpreisbindung. Was die Netzzugangsbedingungen betreffe, sei es das Ziel, noch in diesem Jahr die Voraussetzungen zu einer Wechselmöglichkeit für Haushaltskunden zu schaffen.
Mit jährlichen Investitionen in Höhe von rund acht Milliarden Euro sei die Wasserwirtschaft eine „wesentliche Triebfeder“ der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, sagte Feist. Von den rund 7.000 Unternehmen der Branche decken nur drei Prozent 60 Prozent des Wasservolumens ab, so der Vorsitzende der Vereins Wasser Berlin und Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon.
Der Präsident der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW), RWE Gas AG-Vorstandsmitglied Prof. Dr.-Ing. Klaus Homann, verwies auf die hohen Investitionen der erst 40 Jahre alten Erdgaswirtschaft, die es inzwischen auf einen Primärenergieanteil von 20 Prozent gebracht hat und rund eine halbe Million Kilometer an Leitungen betreibt. Allein in den letzten sechs Jahren seien rund zwölf Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Netze geflossen. Die im Vergleich zu anderen Ländern ungewöhnliche Selbstüberwachung der Branche habe sich bewährt. Europaweit verzeichne man die geringsten Verluste aus dem Wassernetz und die niedrigste Zahl von Störfällen bei Gasleitungen.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH, Raimund Hosch, verwies auf das große, zunehmend internationale Interesse an den beiden Messen und ihrem umfangreichen Kongressprogramm. Erstmals waren Delegationen aus 13 verschiedenen Ländern vertreten.

Den vollständigen Text des Statements von Klaus Küsel finden Sie mit nachfolgendem Verweis.


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